Thomas Widerin – cycling the world
Über mich

Mein Leben war nicht immer einfach

Ich musste hin und wieder ganz schön kämpfen. Viele dieser Kämpfe waren selbstverschuldet und wären nicht nötig gewesen. Aber ich habe das Leben gemeistert!

Seit ich mich erinnern kann, musste ich mir meistens alles hart erarbeiten, Wo sich andere leichtgetan haben, war ich oft den Tränen nahe. Vor allem während meiner Zeit als Leistungssportler. Immer wieder habe ich dabei auch Fehler gemacht. Ich wollte oft „mit dem Kopf durch die Wand“ und nicht selten habe ich mein Herz auf der Zunge getragen, wo es nicht angebracht war. Aber ich kann von mir behaupten, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Und wenn ich mir so meinen „Werdegang“ anschaue, dann bin ich schon ein wenig stolz auf mich, was ich so alles mit harter Arbeit erreichen durfte. Vielleicht hat sich schlussendlich doch bezahlt gemacht, dass ich ohne Ausnahme immer zu meinen Werten gestanden bin. Ich bin dankbar für (fast) alles, das ich bisher erleben durfte und hoffentlich noch erleben darf. Und ich bin sicher auch ein wenig demütig geworden ...

Thomas Widerin

 Eintritt in den Polizeidienst

1981
Thomas Widerin

Ausbildung dienstführender Beamter, ab 1988 Dienststelle Polizei Seefeld in Tirol, zuletzt stellvertretender Polizeikommandant, 36 Jahre aktiver Polizeidienst, davon 28 Jahre in Führungsposition, 20 Jahre Mitglied Einsatzeinheit der Polizei

1987
Thomas Widerin

  Ausbildung zum Alpinisten und Hochalpinisten Polizei

1995-1996
Thomas Widerin

Ausbildung Bergrettungsdienst

1995
Thomas Widerin

Ausbildung zum Rettungssanitäter und Notfallsanitäter und Ausbildung Flugrettung

1996-1997
Thomas Widerin

nebenberuflich Flugretter beim ÖAMTC

Seit 1997
Thomas Widerin

nebenberuflich Flugretter beim ÖAMTC Von 1999 bis 2019 leitender Flugretter „Christophorus 1“ in Innsbruck
Bisher ca. 2.500 Notarzthubschraubereinsätze

1999-2019
Thomas Widerin

Mitglied des österreichischen Polizei-Nationalteams im Mehrkampf
7 WM-Teilnahmen
2x Polizei-Weltmeister im Mehrkampf
Mehrere nationale und internationale Siege und Rekorde

1987-2003
Thomas Widerin

„Größere Abenteuer mit dem Fahrrad“

ab 2006
Thomas Widerin

USA-Durchquerung, New York - San Francisco „Route 66“

2006
Thomas Widerin

USA-Durchquerung + Kanada, New York - San Francisco - Vancouver Highway 50, „Loneliest Road in Amerika“ mehrere Nationalparks, gesamter Highway 1 + 101

2009
Thomas Widerin

Begonnen Deadhorse (Alaska) - New York Reise nach 2.000 Km gesundheitsbedingt abgebrochen

2012
Thomas Widerin

Whitehorse (Yukon) – Miami (Florida)

2016
Thomas Widerin

Olympiaregion – Nordkap (Norwegen)

2019
Thomas Widerin

Olympiaregion – Paris (Frankreich)

2020
Thomas Widerin

Projekt "Long Way Home"

2023

Sonstiges:
Autor mehrerer Artikel in diversen Radmagazinen, Verfasser zweier Bücher (Verlag Delius Klasing), Vortragender, Notfallsanitäter und Flugretter, Pistenretter und Loipenretter, Projekte Aus- und Fortbildung Pistenrettung, Leitung Loipenrettung Olympiaregion Seefeld Projekte Informationsabende für Erste-Hilfe bei Kindernotfällen

Meine Geschichte vom Radreisen

„Ich war viele Jahre lang Leistungssportler, aber mit dem Fahrradfahren hatte ich nie etwas zu tun. Ein Bericht über das berühmte "Race across America" hat alles verändert. Nur wenige Monate später war ich „süchtig“. 

Bis zu meinem 43. Lebensjahr hatte ich mit dem Radfahren überhaupt nichts zu tun. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, als Kind viel mit dem Rad gefahren zu sein. Erst im Alter von 43 Jahren habe ich von einem Tag zum anderen mit den Radreisen begonnen. Ausschlaggebend für meine Wandlung war ein Fernsehbericht über das „Race across America“, einem Radrennen über 5.000 km, von der Westküste zur Ostküste Amerikas. Das hat mich fasziniert. Von Anfang an war für mich aber eines klar: Ich werde mich nicht an Wettkämpfen und an Gruppenausfahrten beteiligen oder im Windschatten hinter jemanden „her hecheln“. Mein Traum war ein anderer: Die Welt mit dem Fahrrad erkunden. Allein, mit Schlafsack, Zelt und allem notwendigen Material. Mein Motto sollte sein: „Fair radeln!“ Mittlerweile habe ich meinen Traum mehrfach gelebt und schon einige aufregende Projekte umgesetzt. Meine Beine haben auf vielen Tausenden Reisekilometer fleißige Arbeit geleistet. Nicht nur meine Beine haben dabei so einiges gesehen und erlebt ...

Nordamerika und Kanada sind nahezu komplett umrundet, dort gibt es nur mehr wenige Bundesstaaten, durch die ich nicht mit eigener Muskelkraft (und ohne Akkuunterstützung) geradelt bin. Der Alaska Highway.oder der Highway 50, besser bekannt als „Loneliest road in America“, standen ebenso auf meiner Routenplanung wie die „Mutter aller Straßen“, die Route 66, oder der Highway 1 und 101, entlang der Küste des Pazifiks. Und dann waren da auch noch das Nordkap, Paris, Rom, Venedig und viele weitere kleinere Abenteuer.

Auf meinen Radreisen habe ich Vieles erlebt. Schönes, Außergewöhnliches, Komisches, aber auch Dramatisches. Ich wurde von Hunden gejagt, bin vor Tornados geflüchtet, in der Wüste vor einem Cola Automaten fast verdurstet, musste nackt einen Dieb verfolgen und bin Grizzlys gegenübergestanden. Tausende Höhenmeter in den Rocky Mountains sind mir dank der gigantischen Landschaft nicht so hart vorgekommen, wie die unendlich langen Strecken durch die Wüsten, Steppen und Kornfelder im zentralen Amerika. Tagelanger Regen, Kälte und Schneefall haben mich ebenso begleitet, wie Hitzeperioden mit fast 45 Grad. Rückenwind hatte ich wenig, dafür aber viel Gegenwind, der mich fast vom Rad geblasen hat. Land und Leute haben mich fasziniert und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen waren für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich durfte erleben, wie außergewöhnlich schön unser Planet Erde ist. Aber auch, wie verletzlich und in vielen Gebieten bereits am Sterben.

Bei meiner dritten Radreise bin ich gefallen. Mitten im tiefsten Hinterland von Alaska. Nach tagelangem Schlechtwetter und fast nichts zu Essen, musste ich, physisch und psychisch an meiner absoluten Grenze angelangt, vom Rad steigen. Es wäre beinahe mein Ende gewesen und ich habe nur mit viel Glück und „Hilfe von oben“ überlebt. Schlussendlich hat mich ein Erlebnis mit „meinem“ Wolf gerettet. Aber mein Fall ging tief hinunter, in ein großes schwarzes Loch. Ich habe die Zeichen Gott sei Dank richtig gedeutet und entschieden, endlich in meinem Leben etwas zu ändern. Was folgte war ein mehr als schwerer und steiniger Weg. Erst viele Monate später fand ich wieder ins Leben zurück.

Jetzt geht es mir wieder gut. Und mittlerweile durfte ich sogar meine damals abgebrochene Reise doch noch zu Ende radeln. Im Sommer 2016 strampelte ich vom Yukon über fast 8.000 km bis nach Florida. Und es war das reine Vergnügen. So wie auch die anderen darauffolgenden Abenteuer bis zum heutigen Tag.

Über meine Erlebnisse habe ich bereits drei Bücher geschrieben, es wurde einiges verfilmt und viele meiner großen und kleinen Abenteuer finden Platz in diversen Radmagazinen. Ich bin dankbar, dass mich einige namhafte und mittlerweile lieb gewonnene Sponsoren unterstützen. Ohne diese könnte ich meine Träume nicht umsetzen.

Zwei Jahre „Corona-Pause“ haben mich noch nachdenklicher gemacht. Meine Gedanken sind oft zurück gegangen in meine Zeit als Polizist. Diesen Beruf habe ich über 36 Jahre lang ausgeübt. Und auch an meine Zeit als Flugretter, die noch nicht vergangen ist. Ich fliege immer noch mit „meinem“ ÖAMTC Notarzthubschrauber „Christophorus 1“ zu vielen Rettungseinsätzen.

Das Beste, das mir in den letzten Jahren „passiert“ ist: Mit meiner Lebensgefährtin Silvia habe ich endlich jenen Partner gefunden, der zu mir passt und viele meiner Leidenschaften mit mir teilt. Gemeinsam haben wir noch so einiges vor.

Sogar einige gemeinsame Radreiseabenteuer ...

Vermutlich werde ich noch eine Zeitlang „süchtig“ bleiben. Süchtig nach weiteren Abenteuern mit meinem Fahrrad. Und ich plane gerade mein nächstes ganz großes Projekt ...