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Projekt Highlight

Inside America: Mit Rückenwind nach Süden

"Ich konnte meinen letzten Traum verwirklichen! Endlich ist ein großes Kapitel abgeschlossen"

Streckenverlauf

7.680 geradelte km

 

43.560 Höhenmeter (bergauf)

 

3x über die Rockys "gekraxelt"

Gesamt: 70 Tage

 

davon 52 Tage am Fahrrad

 

der Rest Pause (bzw. 6 Tage "Zwangspause" nach unverschuldetem Defekt)

Alaska Highway - Begegnungen mit den dortigen Wildtieren (Grizzlys) - Nationalparks von Jasper, Banff und Cooteney in Canada

 

Das Radeln in und über die Rocky Mountains - Jellowstone Nationalpark

 

Die tollen Begegnungen (Indianer und Einheimische) in Wyoming und Nebraska - die "unendlichen Weiten" von Kansas

 

Oklahoma mit Abschnitte "Route 66" - die Berge von Arkansas

 

die Großstadt New Orleans - der Golf von Mexiko (Hurricans) - entlang der Meeresküste über Alabama hinein nach Florida

Mit Abstand der schönste (für mich "ergreifenste") Augenblick der gesamten Reise war der Start in Whitehorse und die ersten Meile. Dies deshalb, weil sich damit ein riesengroßer und so wichtiger Kreis schloss ...

Reisebericht

Nachdem ich im Sommer 2012 mitten im Nirgendwo des Alaska Highway so plötzlich vom Rad steigen musste, folgte eine harte Zeit, um wieder zurück in`s Leben zu finden. Immer wieder dachte ich dabei daran, die abgebrochene Reise einmal fortzusetzen und auch zu beenden. Nun war es so weit: Ich durfte Anfang Juni in Whitehorse/Yukon auf mein spezielles ROSE Bike (TEAM DX CROSS) steigen. Die Fortsetzung meines Kapitels begann!

 

Bereits der erste Streckenabschnitt, von Whitehorse bis nach Dawson Creek, entlang des berühmten Alaska Highway, war Abenteuer pur: Totale Einsamkeit, nur selten kleine Orte, fast kein Verkehr, rechts und links der Straße nur Wald und Berge. Tägliche Begegnungen mit der Wildtierwelt, allen voran Schwarzbären und Grizzlys. Das ständige bergauf und bergab und die oft stündlich wechselnden Wetterverhältnisse stellten nicht nur mich, sondern auch mein Material auf eine harte Probe (Bekleidung von LÖFFLER , Radtaschen von ORTLIEB waterproof ).

 

Von Dawson Creek ging es entlang der Rocky Mountains hinein in die Nationalparks von Jasper und Banff. Dabei kletterte ich entlang des Icefield Parkway bis hinauf zur Schneegrenze und sah im Kooteney Nationalpark faszinierende Landschaften. Einzig die vielen Touristen waren nach der wochenlangen Einsamkeit mehr als gewöhnungsbedürftig.

 

Im Süden von Canada radelte ich in den Nordwesten der USA hinein - Montana und Wyoming folgten. Hier ging es hinsichtlich Höhenmeter noch einmal richtig zur Sache. Auf den letzten Pass der Rockies führte ein fast 40 km langer Anstieg hinauf. Den Yellowstone Nationalpark „spulte“ ich in nur einem Tag herunter. Der Grund: Massenhaft Touristen, gefährlicher Verkehr, keine Seitenstreifen zum sicheren Radeln. Einzig die tolle Landschaft und die Tierwelt waren den Besuch wert.

 

Anschließend wurde es immer flacher. Der Kontrast zwischen der bisherigen Strecke und Nebraska und Kansas hätte nicht größer sein können: Zwar rollte der Highway im Hinterland auch immer auf und ab dahin, aber die Gegend wirkte unendlich einsam und man sah oft hunderte Kilometer geradeaus bis zum Horizont. Kleine Orte mit oft nur 30 bis 50 Einwohnen (die Population stand immer an den Tafeln am Ortsbeginn) und dazwischen oft 100 km vorher und 100 km nachher das Nichts. Dafür traf ich Indianer, Amish People und hatte andere „geheimnisvolle Begegnungen“.

 

In Oklahoma fuhr ich ein Stück entlang der berühmten „Route 66“, die ich vor Jahren bereits einmal komplett abgeradelt hatte. Missouri, Arkansas und Mississippi hatten ihre ganz eigenen Reize. Jeder Bundesstaat war anders: Während in Arkansas wieder viele Berge zu bewältigen waren, musste ich mich in Mississippi in den dortigen Großstädten mit der Kriminalität auseinandersetzen. Ständig wurde ich von der Polizei darauf aufmerksam gemacht, besonders vorsichtig zu sein und durfte auch nicht im Freien campen.

 

In Lousiana kam ich dann endlich in die Nähe des Meeres. Schon vom Weiten roch ich den Duft des Golf von Mexiko. Leider war dann New Orleans für mich die große Enttäuschung meiner Reise: Überall spürte man die „Nachwehen“ des Jahrhunderthurricane „Katrina“, äußerst gefährlicher Verkehr, ganz viel Schmutz und vor allem viel Kriminalität. Nur ein einziger Stadtteil ist für die Touristen sehenswert. Dafür folgte entlang des Golfstromes ein wirklich toller Streckenabschnitt. Das Radeln neben dem Meer, die vielen Brücken, die Fähren, die Wärme und der Sonnenschein waren für mich „Radfahrerhimmel“.

 

Nach Alabama hatte ich es geschafft: Mit dem Sunshine State Florida war ich im letzten Staat meiner Reise angelangt. Florida genoss ich noch einmal in vollen Zügen. Als ich die letzten Meilen hinein nach Miami radelte, war ich müde. Immerhin hatte ich fast 8.000 km in den Beinen und ganz viele Erlebnisse zu verarbeiten …