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Projekt Highlight

Alaska Highway

Die Wende in meinem Leben

2012: Von Deadhorse in Alaska bis nach New York (Reise krankheitsbedingt abgebrochen)

Streckenverlauf

Geplant gewesen gesamt ca 9.000 km (mit allen Abstechern in die Nationalparks). 


Tatsächlich gefahren bis zum Abbruch: 2.000 km

Geplant gewesen gesamt 60 Fahrtage und 7-9 Pausentage. 


Tatsächlich gefahren bis zum Abbruch 14 Tage, 2 Pausetage

Der Abschnitt zwischen Deadhorse bis nach Fairbanks (Dalton Highway) mit dem Permafrost; Der Alaska Highway insgesamt

 

Der ständige brutale Wechsel des Wetters; Der Dauerregen und die Kälte; Permafrost und Matsch am Dalton Highway; Die Abgeschiedenheit und Schönheit des Alaska Highway; Meine Begegnung mit Grizzly und Wolf …

Nicht der schönste aber der wichtigste Augenblick der Reise: Das Absteigen vom Fahrrad im hintersten Teil des Alaska Highway und mein damit begonnener neuer Lebensabschnitt …

Reisebericht

Ich schaue dem Bären in seine schwarzen Augen.

 

Verzweifelt suche ich nach einer Lösung. Ich denke nach. Aber so sehr ich mich auch bemühe, ich finde keine Lösung. Weglaufen wäre sinnlos. Ich weiß ja, welche Geschwindigkeiten ausgewachsene Grizzlys kurzfristig erreichen können. Zwischen dem Tier und mir liegt mein Fahrrad auf dem Alaska Highway. Zwei der Gepäcktaschen befinden sich neben dem Rad, die beiden anderen im Straßengraben. Als ich zu den beiden auf der Fahrbahn liegenden Taschen blicke, bemerke ich das nächste Malheur. Der Deckel einer Tasche hat sich geöffnet. Ich sehe die drei Müsliriegel, die einzigen Nahrungsmittel, die ich zu diesem Zeitpunkt mit mir führe, schon halb auf dem Asphalt liegen. Noch bevor ich weiter denken kann, senkt der Bär seine Schnauze und beginnt zu schnüffeln. Diese Raubtiere können Nahrungsmittel aus meilenweiter Entfernung wittern, angeblich sogar Nahrung, die in Dosen oder luftdichten Tüten transportiert wird. Langsam nähert sich der Grizzly der Satteltasche. Der Abstand zwischen ihm und mir verringert sich dabei auf knappe 20 Meter. Sein Junges weicht ihm nicht von der Seite. Noch ein letzter Schritt, dann steht der Grizzly vor den Müsliriegeln. Ich kann ganz deutlich sein Schnauben hören und rieche sogar das feuchte Fell. Jetzt ist die Grenze meiner Belastbarkeit erreicht …

 

Einige Tage später war meine Reise zu Ende. Aber nicht nur meine Radreise ...

 

Ich musste aufgeben. Zumindest mein Vorhaben, mit dem Fahrrad bis nach New York zu radeln. Und dann bin ganz tief hinunter gefallen. Aber zuerst hieß es einmal: Irgendwie muss ich nach Hause kommen. Denn ich brauchte dringend Hilfe ...