Thomas Widerin – cycling the world

"Ich bin tief gefallen - aber wieder aufgestanden. Ich habe einiges in meinem Leben verändert und noch einmal eine große Chance bekommen. Dafür bin ich unendlich dankbar!"

 

„Fahrradfahren gehörte früher nie zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber ein Bericht über das berühmte Race across America hat alles verändert. Seit damals bin ich mit einem ganz besonderen Virus infiziert: Dem Radreise-Virus“

Erst im Alter von 43 Jahren habe ich mit dem Radfahren begonnen. Von Anfang an war für mich aber eines klar: Ich werde mich nicht an Gruppenausfahrten beteiligen oder im Windschatten hinter jemanden „her hecheln“. Mein Traum: Die Welt mit dem Fahrrad erkunden. Alleine, mit Schlafsack, Zelt und allem notwendigen Material. Mein Motto: „Fair radeln!“

Mittlerweile habe ich meinen Traum mehrfach gelebt und einige große Projekte umgesetzt. Über 40.000 Reisekilometer sind in meinen Beinen eingespeichert. Nordamerika und Kanada habe ich nahezu komplett umrundet, es gibt nur mehr wenige Staaten in den USA und Kanada, durch die ich nicht mit eigener Muskelkraft gefahren bin. Der Alaska Highway oder der Highway 50, besser bekannt als „loneliest road in america“, standen ebenso auf meiner Routenplanung, wie die „Mutter aller Straßen“, die Route 66, oder der Highway 1 und 101, entlang der Küste des Pazifik.

Ich habe Vieles erlebt. Schönes, Außergewöhnliches, Komisches, aber auch Dramatisches. Ich wurde von Hunden gejagt, bin vor Tornados geflüchtet, in der Wüste vor einem Cola Automaten fast verdurstet, musste nackt einen Dieb verfolgen und bin Grizzlys gegenüber gestanden. Tausende Höhenmeter in den Rocky Mountains sind mir dank der gigantischen Landschaft nicht so hart vorgekommen, wie die unendlich langen Strecken durch die Wüsten, Steppen und Kornfelder im zentralen Amerika. Tagelanger Regen, Kälte und Schneefall haben mich ebenso begleitet, wie Hitzeperioden mit fast 45 Grad. Rückenwind hatte ich wenig, dafür aber viel Gegenwind, der mich fast vom Rad geblasen hat. Land und Leute haben mich fasziniert und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen waren für mich ein ganz besonderes Erlebnis.

Bei meiner dritten Radreise musste ich, physisch und psychisch schon an der Grenze, nach einigen gefährlichen Grizzly Begegnungen im tiefsten Alaska vom Rad steigen. Es wäre beinahe mein Ende gewesen und ich habe nur mit viel Glück und „Hilfe von oben“ überlebt. Ich bin sehr tief gefallen, habe "das Zeichen" aber gottseidank richtig gedeutet und entschieden, endlich in meinem Leben etwas zu ändern Was folgte war ein mehr als schwerer und steiniger Weg. Erst viele Monate später fand ich wieder ins Leben zurück.

Jetzt geht es mir wieder gut. Und mittlerweile durfte ich sogar meine damals abgebrochene Reise doch noch zu Ende radeln. Im Sommer 2016 strampelte ich vom Yukon über fast 8.000 km bis nach Florida. Und es war das reine Vergnügen. Über meine Erlebnisse habe ich ein Buch geschrieben und die Fortsetzung ist bereits im Entstehen. Einige namhafte Sponsoren unterstützen mich bei meinem nächsten großen Projekt: Im Sommer 2019 möchte ich Europa erkunden. Wieder nach meiner Devise: „Fair radeln“.

 

 

Thomas Widerin Radreise Nevada - Loneliest Road in America - Highway 50
Thomas Widerin Radreise Colorado Sonnenuntergang

Mein erstes Buch

ÖAMTC Flugrettung